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» Wirtschaftliche Rahmenbedingungen in Deutschland

 

Banken und Finanzierung

Das deutsche Bankensystem ist ein Universalbankensystem. In einem solchen Systeme ist es allen Kreditinstituten grundsätzlich möglich, alle Arten von Bankgeschäften - also sowohl Dienstleistungen im Wertpapierbereich als auch im Kreditbereich - anzubieten. Die Untergliederung der Kreditinstitute nach dem Umfang der von ihnen angebotenen Bankdienstleistungen in Universalbanken und Spezialbanken ist eine allgemein übliche Form der Systematisierung des Deutschen Banksystems. Die deutschen Universalbanken lassen sich in drei Gruppen unterteilen:

 

  • die rund 250 privaten Geschäftsbanken, zu denen die fünf Großbanken, die Regionalbanken und sonstige Kreditbanken sowie die Niederlassungen ausländischer Banken gezählt werden,
  • die etwa 500 öffentlich-rechtlichen Sparkassen und Landesbanken,
  • die über 2200 genossenschaftlichen Volksbanken und Raiffeisenbanken und ihre Zentralbanken.


Auch wenn die privaten Banken, die genossenschaftlichen Kreditinstitute und die öffentlich rechtlichen Sparkassen tendenzielle Unterschiede in der Ausrichtung ihrer geschäftspolitischen Schwerpunkte aufweisen, besteht keine generelle Aufgabenteilung. Auch mit Blick auf die Preissetzung der angebotenen Bankleistungen lassen sich keine systematischen Differenzen zwischen den drei Institutsgruppen erkennen.

Neben den Universalbanken gibt es in Deutschland zahlreiche Spezialbanken, die nur in bestimmten Geschäftsbereichen tätig sind, so zum Beispiel:

  • Hypothekenbanken und sonstige Realkreditinstitute, die sich auf die Vergabe von vor allem langfristigen Krediten zum Bau oder Kauf von Immobilien spezialisiert haben,
  • Institute mit Sonderaufgaben, z. B. die öffentlich-rechtliche KfW, die unter anderem zinsgünstige Kredite für Existenzgründer bereitstellt: Diese Förderkredite können aber in der Regel ausschließlich über den Vertriebsweg einer Bank beantragt werden, so dass als erste Kontaktaufnahme der Weg zu einer Bank sicherlich der Richtige ist.
  • Bausparkassen, die Sparbeiträge von Bauwilligen einsammeln und aus diesen Bauspardarlehen an Bausparer gewähren.


Die Geschäftsbanken betreiben grundsätzlich alle Bankgeschäfte, auch international. Sie unterhalten Niederlassungen und sind vielfach auch über Auslandstöchter und Beteiligungsgesellschaften im Ausland vertreten. Im Kreditgeschäft überwiegt das kurzfristige Geschäft. Fast alle Kreditbanken sind kapitalmäßig an anderen Wirtschaftsunternehmungen beteiligt. Zur Sicherung der Kundeneinlagen bei den Kreditbanken besteht ein Einlagensicherungsfonds.

Großbanken werden als Aktiengesellschaften geführt. Sie unterhalten Filialnetze, die das gesamte Bundesgebiet erfassen. Über Tochtergesellschaften (private Hypothekenbanken, Leasinggesellschaften) sind sie auch im langfristigen Kreditgeschäft und langfristigen Refinanzierungsgeschäft tätig und sind durch Kooperationsverträge mit führenden europäischen Kreditinstituten geschäftsmäßig verbunden.

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